Hans Scholl wird deshalb Ende 1937, als das Regime verstärkt gegen „bündische Umtriebe" vorzugehen beginnt, verhaftet und angeklagt, ebenso die Geschwister Inge und Werner. Robert Scholl war ein liberaler Politiker, der die NS-Ideologie scharf ablehnte. 1942 wurde er zu einer mehrmonatigen Haftstrafe verurteilt, nachdem er Hitler öffentlich, als „Gottesgeißel“bezeichnet hat. Bereits 1937 geriet Hans Scholl erstmals in Konflikt mit den nationalsozialistischen Behörden. Am 15. Dezember 1937 wurde er verhaftet, weil er Mitglied der Jugendbewegung Deutsche Jungenschaft 1.11 gewesen war, deren Aktivitäten vom NS-Regime verboten wurden. Außerdem wurde ihm vorgeworfen, gegen Vorschriften der Hitlerjugend verstoßen zu haben. Hans verbrachte mehrere Wochen in Untersuchungshaft, bevor er Ende Dezember wieder freigelassen wurde. Am 18. Februar 1943 betraten Hans und Sophie Scholl die Universität in München, um das sechste Flugblatt der Widerstandsgruppe Weiße Rose zu verteilen. Sie legten die Flugblätter vor den Hörsälen aus, damit möglichst viele Studierende sie finden konnten. Kurz bevor sie das Gebäude verlassen wollten, warf Sophie die übrigen Flugblätter von der Balustrade in den Lichthof. Dabei wurden die Geschwister vom Hausmeister Jakob Schmid beobachtet. Schmid hielt Hans und Sophie fest und verständigte die Gestapo. Noch am selben Tag wurden sie verhört. Bei Hans fand man einen Entwurf für ein weiteres Flugblatt, das von ihrem Freund Christoph Probst stammte. Dadurch geriet auch er ins Visier der Behörden und wurde kurz darauf verhaftet. In den folgenden Tagen versuchten die Geschwister, ihre Mitstreiter zu schützen und möglichst wenige Informationen preiszugeben. Die Ermittler konnten jedoch ihre Beteiligung an der Weißen Rose nachweisen.